Bildergalerie Trachtenlüüd: www.elbmarschkultur.jalbum.net
Trachtenlüüd

Ganzjährig Donnerstag 20.00 Uhr Übungstanzen "De Trachtenlüüd ut de Elvmasch" (Erwachsene) in der Aula der Grundschule Tespe
Die Tracht.
Die Tracht der Winsener Elbmarsch wurde nach 1850 kaum noch getragen. Durch den Zeitabstand und teilweise auch durch Verlust im 2. Weltkrieg sind heute nur noch sehr wenige einzelne Teile als Exponate in Museen vorhanden. In privaten Besitz gibt es keine Originaltrachten mehr. Im Rahmen der kulturellen Aktivitäten des Förderverein Elbmarschkultur e.V. fand sich im Jahre 1995 eine Gruppe von interessierten Frauen zusammen, um nach alten Vorlagen die Trachten der Elbmarsch als Repliken neuzu schneidern.
Frauentracht:
Ein bis an die Waden bzw. Knöchel reichender Rock in blauen, grünen, weinroten Farbtönen, der hinten in enge Falten gezogen ist. Dazu weiße, gemusterte Strümpfe und flache schwarze Schuhe. Die Schürze aus gemusterter Seide, die fast den ganzen Rock bedeckt, wird mit einer silbernen Schließe zusammen gehakt. Ein ärmelloses Mieder ebenfalls in blauen, grünen, weinroten Farbtönen mit einem V-förmigen Ausschnitt, der mit silbernen Ketten verschnürt wird. Darunter der mit Blumen bestickte Brustlatz. Ein weißes, langärmeliges, mit Zwickel erweitertes Hemd. Der runde vorn geschlitzte Halsausschnitt mit angekrauster Spitze und Paspel wird mit einer Fibel (metallene Gewandnadel) als individuelles Schmuckstück geschlossen. Ein Gürtel, der vorn mit einer in Filigran gearbeiteten Schnalle geschlossen wird. Ein besticktes quadratisches etwa 90 cm großes Schultertuch, das dreieckig zusammen genommen über die Schulter gelegt wird. Die hintere Dreiecksspitze hängt auf dem Rücken bis zum Gürtel, während die vordere Dreiecksspitze am Mieder festgesteckt wird. Als Kopfbedeckung wird eine Mütze getragen, die aus farbiger Seide oder aus Brokat mit steifer Einlage gefertigt wird. Die Mütze ist dreiteilig (schmales Mittelteil, linke und rechte klappenförmige Ohrenteile) und wird mit mehr oder minder aufwendiger Stickerei aus Gold- oder Silberfäden und Perlen versehen. An der Vorderseite sind lange, seidene Bänder, mit denen die Mütze durch eine an der linken Seite gebundenen Schleife gehalten wird.
Männertracht:
Eine kurze, enge Kniebundhose aus dunklem Tuch. Unten an den Hosenbeinen sind kurze Schlitze, die mit einem knöpfbaren Bündchen abschließen. Vorn ist eine große knöpfbare Klappe. An der Seite sind lange Taschenschlitze. An der rechten Seite wird ein buntes Tuch, das aus dem Taschenschlitz heraushängt, getragen. An der Hose sind die gleichen Knöpfe wie an Weste und Jacke, nur kleiner. Dazu werden lange, weiße Strümpfe und schwarze Schuhe mit Schnallen getragen. Das lange, langärmelige reich bestickte Hemd sieht am Hals und an den Handgelenken aus der Jacke hervor. Um den hochstehenden Kragen wird ein buntes, seidenes Tuch mit eingewebter Kante gelegt, das vorn mit einer Knotenschliesse zusammengehalten wird und mit seinen beiden Enden vor der Brust herunterhängt. Eine ärmellose gefütterte Weste (auch Rump genannt) mit kleinem Stehkragen aus dunklem Tuch, mit zwei Reihen von 7 - 10 und am Revers je einem festen Knopf aus Prinzmetall oder Silber. Links und rechts je eine Leistentasche, in der als Schmuckstück eine Taschenuhr mit silberner Kette getragen wird. Dazu eine bis zur Hüfte reichende zweireihige Jacke aus dunklem Tuch mit einem Reverskragen und zwei Reihen von je 12 flachen Knöpfen (wie bei der Weste). Die Ärmelenden auf jeder Seite sind mit zwei kleinen flachen Knöpfen gleichen Materials verziert. Als Kopfbedeckung dient ein Zylinderhut.